Eröffnung RUHR.2010
Grönemeyer, Barroso, Genscher und die Popolskis
Ruhr. Mit einem Fest in der stillgelegten Großzeche Zollverein in Essen startet am 9. Januar 2010 nach drei Jahren Vorbereitung das Kulturhauptstadtprogramm im Ruhrgebiet. Ein Höhepunkt: Die Uraufführung der neuen Hymne "Komm zur Ruhr" von Herbert Grönemeyer.
"Es ist angerichtet", erklärte Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH, heute morgen bei der Vorstellung des Eröffnungsprogramm der Europäischen Kulturhauptstadt vor der Presse in der Kokerei auf dem Welterbe Zollverein in Essen. "Die Eröffnung vermittelt gleich mit dem ersten Bild unser Leitmotiv: eine imposante Industriekulisse, davor die musikalisch-künstlerische Erzählung vom Wandel durch Kultur und als krönender Abschluss Herbert Grönemeyers Hymne auf die Ruhr", schwärmte der Ex-Intendant des WDR. Einzige Unbekannte, so Pleitgen, sei das Wetter.
Zweitägiges Kulturfest mit Ehrengästen
Die Veranstaltung mit zahlreichen Einblicken auf die kommenden kulturellen Höhepunkte wird in weiten Teilen an der frischen Luft stattfinden, um direkt den unkonventionellen Ansatz der Kulturhauptstadt zu betonen. RUHR.2010 und Ruhr Museum feiern ihre Eröffnung mit einem zweitägigen Kulturfest "Glück auf, RUHR 2010", zu dem Bewohner und Besucher bei freiem Eintritt herzlich eingeladen sind – ganz wie es der Titel der Grönemeyer-Hymne verheißt: "Komm zur Ruhr". Zum Festakt hat sich auch José Manuel Barroso angekündigt, Präsident der Europäischen Kommission. Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher wird ebenso als Ehrengast auf dem "kohlschwarzen Teppich" erwartet wie weitere Mitglieder des Kuratoriums von RUHR.2010: Rita Süßmuth, Oliver Bierhoff und Sönke Wortmann.
Bis zu 100.000 Gäste werden erwartet. Auf der zentralen Außenbühne gibt es ein Non-Stop-Programm mit prominenten Gästen und Live-Schaltungen in die Städte der Metropole Ruhr. Zusätzlich werden alle Hallen mit Programmen und Projekten bespielt, die einen Vorgeschmack auf die Programm-Highlights von RUHR.2010 geben, zum Beispiel die Emscherkunst, aber auch Lichtkunst, Tanz und Theater und Lagerfeuer-Gesang. Das ZDF zeigt das Kleine Fernsehspiel "Zeche is nich. Sieben Blicke auf das Ruhrgebiet" und der WDR in einer weiteren Vorpremiere den Tatort "Klassentreffen" aus der Metropole Ruhr.
50 kleine und große Inszenierungen + Feuerwerk
Auf vier verschiedenen Parcours geht es im gesamten Außengelände vorbei an über 50 kleinen und großen Inszenierungen. Um 22.30 Uhr erstrahlt ein (gesponsertes) Feuerwerk, das das Industriegelände in eine pulsierende und faszinierende Kulturlandschaft verwandelt. Ab 23 Uhr ruft RUHR.2010 zur After-Show-Party. Sonntag wird das Eröffnungsprogramm auf dem Außengelände und in vielen Hallen Programm fortgesetzt. und die
Das Ruhr Museum öffnet am 10. Januar erstmals seine Räume in der ehemaligen Kohlenwäsche auf Zollverein. Bei freiem Eintritt kann man die Dauerausstellung "Natur – Kultur – Geschichte des Ruhrgebiets" besuchen. Unter dem Motto "Wir sind das Ruhrgebiet" feiert das Ruhr Museum in vielen Hallen mit einem Kabarett-, Comedy- und Musikprogramm und vielen bekannten Künstlern, u.a. Hennes Bender, Hagen Rether, Frank Goosen, Piet Klocke und Fritz Eckenga oder auch Stoppok und die Popolskis.
(Redaktion)
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Peter Wieler
Bild Nr. 2 © Oliver Mark
Das volle Programm von RUHR.2010
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Erstmals in der Metropole RUHR
Wir sind Pabst. Wir wollen (Fußball-) Weltmeister werden. Es gibt zwischen Dortmund und Gelsenkirchen unvereinbare Hoffnungen Deutschermeister zu werden. Jetzt sind wir (inklusiv Schalke, BVB und vielen, vielen anderen Fußballvereinen) Europäische Kulturhauptstadt.
Das Ruhrgebiet ist eine Ansammlung von Dörfern und ein Schmelztiegel von Kulturen. Längst ist hier Schimanski, Gutierrez und Papudopulus ein deutscher Namen. Öztürk und Hussein zuweilen auch. In Gelsenkirchen-Erle heißt ein Imbiss „Pizzeria Milano Döner Istanbul“. Dank des Euros kann man auch in Bottrop nirgends mehr mit Zloty bezahlen, aber einen privaten Paketdienst nach Polen gibt es.
Unglaublich viele Ressourcen kostet die Kleinstädterei. „Wer geht schon über den Kanal einkaufen?“ Aber der Rhein-Herne-Kanal zerteilt viele Städte. Es gibt viele Wohngebiete, die in mehreren Städten liegen, der ÖPNV, wird aber, wie vieles andere, von der einzelnen Stadt geplant. Da darf die Grundschule schräg gegenüber nicht besucht werden, weil die Stadtgrenze im Weg ist. Da werden die letzten 3 Stationen einer Straßenbahnlinie erst 3 Jahre später gebaut, weil diese 3 Stationen ein Planfeststellungsverfahren in Münster brauchen, im Gegensatz zum Rest der Strecke, der in Düsseldorf genehmigt werden muss. Eine Stadt weiter ist (genauso wie für Dortmund) Arnsberg zuständig, wo bis vor kurzem die Autobahn ins Sauerland endete.
Geschichtsbewusstsein: Die „Alte Kirche“ in Essen-Altenessen ist von 1887. Die St.-Luzius-Kirche in Essen-Werden gilt als die älteste Pfarrkirche nördlich der Alpen (Baubeginn ab 995, um 1100 erweitert). Das Stift Essen wurde von 953 bis 1058 von Frauen der kaiserlichen Familie regierten. Das bezeugen bis heute u.a. der Domschatz und die Münsterkirche, die den Aachener Dom baulich zitiert. Aber wenn sich diese Region ihrer Geschichte stellen wollte, müsste sie zwei Tabuthemen angehen: Frauen mit Macht und Krupp im 2. Weltkrieg.
Pabst sind wir bestimmt nicht, das wære næmlich Erbrochenes. Pabsten ist ein anderes Wort fuer erbrechen. Du meinst wohl eher den Papst.
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