08.02.2010  11:19 Uhr

E-Mails
Die neue Gefahr im Postfach: Personal Phishing

Bochum. Sicherheitsleck in Online-Shop-System führt zu DHL-Spam-Welle

Die Experten der G Data SecurityLabs warnen vor einer neuen Form von Phishing: E-Mails mit korrekter persönlicher Anrede. Aktuell im Fokus der Onlinekriminellen sind Kunden der DHL-Packstationen. Die Personendaten stammen nach G Data­-Erkenntnissen aus einem Datenleck in einem beliebten Online-Shop-System. Angreifern gelang es, durch eine Sicherheitslücke des Systems die realen Namen und die dazugehörigen E-Mail-Adressen der Einkäufer aus den Datenbanken der Shops zu stehlen. In Untergrundforen wurde die Lücke und eine entsprechende Anleitung zum Auslesen der Daten bereits Ende Dezember 2009 veröffentlicht. Laut Aussage der Angreifer wurden bereits über 100 Web-Shops erfolgreich attackiert. Nach Einschätzung von G Data ist daher von einer entsprechend großen Zahl erbeuteter Datensätze auszugehen.

Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs: „Die Verknüpfung aus gestohlenen persönlichen Daten und der realen E-Mail Adresse, ist eine ganz neue Stufe im Bezug auf Phishing-Mails. Wir bezeichnen diese Form der E-Mails als „Personal Phishing“ - eine Phishing-Mail mit vollständiger persönlicher Anrede, die nicht aus der E-Mail-Adresse abgeleitet oder geraten werden kann.“

Phishing-Mails im DHL-Design sind nichts Neues. Bislang waren diese dadurch gekennzeichnet, dass die Empfänger nicht persönlich angesprochen wurden. Typisch für Spam- und Phishing-Mails waren Anreden wie „Sehr geehrter DHL-Kunde" oder  „Sehr geehrte Damen und Herren". Einige Ansätze versuchten, den Namen und Vornamen aus der E-Mail-Adresse abzuleiten. Bei Empfängern mit kryptischen Mail-Adressen oder Sammel-Adressen, wie beispielsweise info@firma.de, war dies bisher nicht möglich und die Spam war als solche schnell beim vermeintlichen DHL-Kunden enttarnt.

Die Angreifer haben sich bei der aktuellen Angriffswelle viel Mühe gegeben: Alle eingefangenen E-Mails sind im einwandfreien Deutsch verfasst und sind in der Aufmachung äußerst professionell. Der Blick hinter die Fassade offenbart, dass die angegebene Berliner Kontaktadresse ebenso wenig existiert, wie die kostenfreie Servicenummer. Aufmerksame Empfänger können die Fälschung an der Endung ".to" im integrierten Link erkennen, der auf eine Domain in Tonga verweist. Die angegebene Webseite wurde inzwischen vom Betreiber gesperrt. Nach Einschätzung von G Data wird das die Täter jedoch nicht davon abhalten, mit der Seite umzuziehen und weitere Phishing-Mails zu verbreiten.

„Wir können nur immer wieder davor warnen, Links in E-Mails unbedacht anzuklicken. Prüfen Sie die Adressen sorgfältig und seien Sie misstrauisch! Nicht immer ist der angezeigte Absender auch der Echte – So, wie auch in diesem Fall. Sie signalisieren den Betrügern au-ßerdem eine aktive E-Mail-Adresse, wenn sie auf den personalisierten Link klicken. Die Folge: Sie bekommen noch mehr Spam", so Ralf Benzmüller.


 

(Redaktion)

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