11.12.2009  09:31 Uhr

Klimaschutz
Erste Modellsiedlung entsteht in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen. In Gelsenkirchen soll die erste von „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ entstehen. Das Konzept des Pilotprojekts wurde diese Woche im Stadtplanungsausschuss der Ruhrgebiets-Kommune vorgestellt.

Die neue Modellsiedlung soll zeigen, wie mit einer Kombination von Solarenergie, hohen Dämmstandards, moderner Heiztechnik und Wärmerückgewinnung in der Lüftung die Werte der aktuellen Energieeinsparverordnung um mehr als die Hälfte unterschritten werden können. „Es freut mich außerordentlich, dass die erste nordrhein-westfälische Klimaschutzsiedlung in Gelsenkirchen erbaut wird. In unmittelbarer Nähe zum Wissenschaftspark wird hier der Baustandard der Zukunft realisiert und zeigt eindrucksvoll den Strukturwandel im Ruhrgebiet,“ sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, die am 20. Oktober den Startschuss für das Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ gegeben hatte.

„Dieses Projekt leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze und neue Zukunftsperspektiven in der Baubranche“, so die Ministerin. Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt die geplanten energiesparenden Maßnahmen wie den Passivhausstandard, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Solaranlage für die Warmwasserbereitung und die Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung mit insgesamt über 210.000 Euro. Die Fördermittel stammen aus „progres.nrw“, einem Programm der Landesregierung, mit dem die rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien sowie das Energiesparen weiter vorangetrieben werden sollen.

Ziel ist es, dass in Nordrhein-Westfalen in den nächsten Jahren erheblich mehr Passivhäuser gebaut und bestehende Gebäude energieeffizient saniert werden. „Wir wollen in Nordrhein-Westfalen im Neubaubereich und im Bestand 100 Klimaschutzsiedlungen realisieren. Denn nichts ist so wertvoll, wie das gebaute Beispiel. Nicht nur über Klimaschutz reden, sondern konkrete Maßnahmen umsetzen, um die CO2-Emissionen im Gebäudebereich deutlich zu senken, ist unser Ziel“, sagte die Ministerin. Jede neue Klimasiedlung werde dazu beitragen, diesen vorbildlichen Baustandard noch breiter in den Markt einzuführen – und sei eine Visitenkarte für die EnergieRegion.NRW, so Christa Thoben..

Nach den Plänen des Architekten Helmut Mohr aus Münster sollen die Gebäude in Sichtweite des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen, der als Zentrum für erneuerbare Energien international bekannt ist, errichtet werden. Insgesamt werden vier viergeschossige Gebäude mit 56 barrierefreien Wohneinheiten zwischen 45 m² und 82 m² im Passivhausstandard entstehen. Geheizt wird durch solarthermische Anlagen in Kombination mit einer Gasbrennwerttherme. Die erzeugte Wärme wird durch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung möglichst lange im stark gedämmten Gebäude gehalten. Zur Klima schonenden Stromerzeugung werden zudem Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern installiert. Baubeginn soll im Frühjahr 2010 sein.

Das Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ ist Teil des EnergieWirtschaftsclusters „EnergieRegion.NRW“, das von der EnergieAgentur.NRW organisiert wird. Nähere Informationen unter:
www.energieregion.nrw.de und  www.100-klimaschutzsiedlungen.de.


 

(Redaktion)

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