Hewitt-Studie
Mittelstand setzt auf Personalentwicklung und Arbeitgeberattraktivität
Wiesbaden . Die Personalentwicklung wird in den kommenden drei Jahren in vielen mittelständischen Unternehmen die Personalarbeit dominieren: Laut einer aktuellen Umfrage der Personalmanagement-Beratung Hewitt Associates ist das bei 62 Prozent des befragten Mittelstands das Zukunftsthema Nummer eins.
52 Prozent sind der Meinung, dass die Arbeitgeberattraktivität einen hohen Stellenwert einnehmen wird und jeweils 48 Prozent geben an, dass die Themen Führungskräfteentwicklung, Talent Management und Mitarbeiterbindung an Bedeutung gewinnen. „Der hohe Stellenwert der Personalentwicklung und speziell des Managements der Talente zeigt, das mittelständische Unternehmen Wert darauf legen, ihre Personalarbeit langfristig anzulegen und ihren Mitarbeitern gegenüber loyal zu sein. Der Mittelstand ist bemüht, durch professionelle Mitarbeiterentwicklung langfristig die Effizienz zu erhöhen, anstatt die Kapazitäten und Mitarbeiterzahlen kurzfristig zu reduzieren“, sagt Nils Muthmann, Senior Consultant im Bereich HR Excellence und Mittelstandsexperte bei Hewitt Associates.
Für die Studie „HR-Trends und Themen im Mittelstand“ hat Hewitt Associates 25 deutsche mittelständische Unternehmen unterschiedlicher Branchen befragt. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer hat weniger als 2.000 Mitarbeiter in Deutschland. 44 Prozent der Unternehmen sind im produzierenden Sektor tätig.
Kosten- und Effizienzdruck ist hoch
Mehr als 70 Prozent der Befragten wollen vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation in den kommenden drei Jahren ihre Produktivität und Effizienz erheblich steigern, gleichzeitig aber ihre Mitarbeiter halten. Lediglich 14 Prozent der Mittelständler gehen davon aus, dass das Thema Personalfreisetzung in den kommenden drei Jahren eine große Rolle für sie spielen wird. 56 Prozent der Befragten werden mit Kurzarbeit und 44 Prozent mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit auf die Krise reagieren. 67 Prozent des befragten Mittelstands nutzen für ihre Personalarbeit ein Modell, das zwischen zentralen Spezial-/Stabsfunktionen und generalistischen Funktionen/Referenten unterscheidet. Viele Konzerne hingegen haben bereits Shared Services Center eingeführt, um die Effizienz der Leistungserbringung zu steigern. „Die Einführung von klassischen Shared Services Centern ist für mittelständisch geprägte Unternehmen nur selten rentabel, da die Bündelung derartiger Aufgaben in der Regel eine kritische Größe erfordert, um das erhoffte Effizienzpotential zu realisieren. Wenn es dem Mittelstand jedoch gelingt, innovative, mittelstandsspezifische Lösungen zu entwickeln, könnten die Effizienzpotentiale realisiert werden", sagt Nils Muthmann.
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